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Tour de France 2009


Faszinierende Innenansichten vom härtesten Radrennen der Welt


Spitzensport hautnah. Verfolgen Sie hier die Leistungsdaten von Mark Renshaw, Team Columbia HTC. Der Australier ist der Anfahrer des schnellsten Sprinters im Feld, Mark Cavendish. Der Sprint-"Zug" von Cavendish besteht im Finale aus drei Mann: Zuerst führt Tony Martin, an der 1.000-Meter-Marke übernimmt George Hincapie und zwischen 600 und 550 Meter geht dann Renshaw in die Führung und lanciert den Sprint für Cavendish, der auf den letzten 200 Metern abschließt.

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Die erste Woche im Überblick

First week TdF 2009

Die Grafik zeigt die Wochenansicht von Marks Trainingsplan. Schon in der Übersicht ist die Struktur der Etappen anhand der detektierten Intervalle gut erkennbar. Die Farbe Rot dominiert bei den gefundenen Intervallen. Rot steht für den Spitzenbereich. Auf dieser höchsten Intensitätsstufe fallen die Rennentscheidungen bei den Profis. Dazu kommen Anteile im Entwicklungsbereich (orange). Mittlere Intensitäten hingegen spielen keine Rolle. Entsprechend sah das Training vor der Tour de France aus, das 2PEAK Coach Benoit Nave betreute: immer wieder absolvierte Mark Intervalle im Spitzenbereich, um sich auf die Tour vorzubereiten.

1. Etappe - Zeitfahren zum Auftakt



Einzelzeitfahren in Monaco: Das Leistungsprofil spiegelt den Kurs wider. In der ersten Rennhälfte waren 260 Höhenmeter zu absolvieren. An den giftigen Rampen der ungleichmäßigen Steigung geht Mark weit in den roten Bereich. Die erste Rampe nach dem Start sprintet er mit 616 W über 46 Sekunden hoch. Danach pegelt sich die Leistung dann jeweils um die 400 W ein. In der technisch schwierigen Abfahrt fällt das Leistungsniveau, aber nach den engen Kurven kann man jeweils einen scharfen Antritt erkennen, mit dem er sich wieder auf Tempo brachte. Am Ende lag die Durchschnittsleistung bei 371 W. Damit belegte Mark, der ohne Ambitionen in dieses Zeitfahren ging, den 140. Platz mit 2'15" Rückstand auf den Sieger Fabian Cancellara.

2. Etappe - erster Sieg für den Columbia-Zug



Dienstfahrt nach Plan für Mark & Mark: Renshaw zieht den Sprint an, Cavendish siegt. Die Etappe verlief ruhig für Mark Renshaw. Bis auf einen Anstieg gleich zu Beginn – der Berg ist als Intervall markiert - war bis zum Finale keine harte Arbeit zu leisten. Erkennbar ist dies auch an der niedrigen Gesamtleistung von 201 W und dem Durchschnittspuls von 136. Im Feld gibt es so viel Windschatten, dass ein Durchschnittstempo um die 40 km/h ohne großen Kraftaufwand möglich ist. Die vier Ausreißer, die auf dieser Etappe lange in Führung lagen, mussten sehr viel mehr Energie aufwenden. Für Mark Renshaw begann der heiße Teil der Etappe erst recht kurz vor dem Ziel. Sein Team schaltete sich zwar schon früher in die Verfolgung der Ausreißer ein, aber Mark schonte sich für das Finale.

2. Etappe im Detail - der letzte Kilometer



Sprintfinale der zweiten Etappe im Detail: Die letzte Minute des Rennens wird mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 61 km/h bestritten und Mark erzielt dabei eine Durchschnittsleistung von 583 W, die sich jedoch nicht gleichmäßig zusammensetzt. Typisch sind einige kurze Powerpeaks, die nötig sind, um sich in Position zu fahren oder die Position im Sprintzug zu verteidigen. Sobald Mark dem Fahrtwind ausgesetzt ist, schnellt die Leistung bei diesem enormen Tempo auf über 800 W. Die höchste Leistung von 1323 W erzielt er bei einem dieser Manöver. Rund 500 Meter vor dem Ziel geht Mark dann aus dem Windschatten seines Teamkollegen George Hincapie und lanciert den finalen Sprint. Um das Tempo von bereits enormen 67 auf 68,4 km/h zu steigern und zu halten, muss er einen Sprint mit 1029 W Durchschnittsleistung über 14 Sekunden fahren. Von seinem Hinterrad aus zieht Cavendish dann voll durch und sprintet zum Sieg.
Nicht die schiere Sprint-Power ist die beeindruckenste Leistung der Profis. Einige Hobbyfahrer erreichen ähnliche Sprintwerte. Diese allerdings mit Übersicht am Ende eines 200 km langen Rennens umzusetzen, ist die eigentliche Kunst. Die konzertierte Aktion, der Überblick übers Renngeschehen und der Positionskampf sind in einem hochklassigen Profirennen die wirklichen Herausforderungen.

3. Etappe – zerrissenes Peloton und zweiter Erfolg für den Columbia-Zug



Die Etappe verlief ruhig, bis das Team Columbia das ganze Feld auf die Windkante nahm und sprengte. Eingeleitet wurde diese Situation durch eine Richtungsänderung im Kurs und dem daraus resultierendem scharfen Seitenwind. Columbia fuhr zu dem Zeitpunkt von vorne und als, begünstigt durch den Wind, ein kleines Loch zum Feld riss, gab das Team kollektiv Vollgas. Erkennbar ist das in Marks Leistungskurve, die in den letzten 40 Minuten auf knapp 300 W Durchschnitt ansteigt. Beeindruckend ist auch das Stundenmittel von knapp 52 km/h für die letzten 40 Minuten – bei Wind von der Seite! Das Feld konnte die Lücke zur 27köpfigen Spitze dann nicht mehr schließen, einige Favoriten verloren wertvolle Zeit in der Gesamtwertung.

3. Etappe – auf der Windkante



Der Ausschnitt zeigt die Aktion des Columbia-Teams. Die Fahrer kreiseln und lösen sich in der Führungsarbeit ab. Mark Renshaw schont sich aber in dieser Phase verglichen mit einigen anderen Columbia Fahrern. Das eigentliche Sprintfinale der kleinen Gruppe fällt aufgrund der besonderen Situation mit der kleinen Gruppe sehr kurz aus.

3. Etappe – der Zug rollt zum Sieg



Die letzten anderthalb Kilometer formiert sich wieder der Columbia-Sprintzug. Als Mark in die Führung geht ist das Tempo mit 58 km/h nicht so hoch wie am Vortag, mit einem Sprint über 22 Sekunden schraubt der Australier das Tempo dann auf 65 km/h, hält es, und Mark Cavendish schließt wie am Vortag ab.

4. Etappe – Mannschaftszeitfahren



Die vermutlich härteste Dreiviertelstunde für Mark Renshaw bei dieser Tour: Beim Mannschaftszeitfahren müssen die Sprinter mit ran, auch wenn ihre Führungen kürzer ausfallen als die der Top-Zeitfahrer im Team. Minutenlange Phasen mit 450-500 W Durchschnittsleistung beweisen, dass Mannschaftszeitfahren zu recht den Ruf haben, besonders harte Prüfungen zu sein. Wenn Mark im Wind fuhr, musste er sogar um die 700 W leisten. Seine Durchschnittsleistung beim Mannschaftszeitfahren beträgt hingegen „nur" 378 W – diese spiegelt die enorme Anstrengung aber nur unzureichend wider, weil es vor allem die vielen Leistungsspitzen sind, die richtig weh tun. Dennoch gelingt es Mark auch während des Rennens immer wieder, sich etwas zu erholen. Erkennbar ist dies an der Herzfrequenz, die nicht konstant auf maximalem Niveau liegt sondern auch immer mal wieder etwas nachgibt. Columbia beendet das Rennen am Ende mit 59" Rückstand auf Team Astana auf dem 5. Platz.

5. Etappe – Ausreißer machen das Rennen



Die fünfte Etappe verläuft hektisch und wird geprägt durch die erfolgreiche Flucht von einigen Ausreißern um Thomas Voeckler, der die Etappe dann im Alleingang gewinnt. Columbia gehörte mit zu den aktiven Teams, die Nachführarbeit leisteten. Das ist in Marks Powerschrieb zu sehen. Nach gut drei Rennstunden verkürzt Columbia durch eine Tempoverschärfung den Abstand zu den Ausreißern. Am Ende gewinnt Mark Cavendish nach der üblichen Vorarbeit seines Teams den Sprint des Hauptfeldes.